Noemi Jordans Buch habe ich als Wanderbuch geliehen bekommen und war zunächst skeptisch, ob ich ein Buch, das Hawaii als Handlungsort in den Mittelpunkt stellt, mir gefallen könnte. Doch schon nach wenigen Seiten war ich ganz tief in der Geschichte drinnen und mochte gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören.

Noemi Jordan erzählt die Geschichte von Elisa, einer jungen Hamburgerin, die nach dem Tod ihres Vaters, eines Plantagenbesitzers auf Hawaii, mit ihrer Mutter die Überfahrt dorthin antritt. Elisa ist für eine junge Frau zur Kolonialzeit sehr gebildet und strebt an, das Erbe ihres Vaters zu übernehmen. Sie interessiert sich für Politik und Wirtschaft, sehr zum Missfallen ihrer Mutter, die unter dem Tod ihres Mannes leidet und psychisch und körperlich zunehmend abbaut. Elisa soll auf Hawaii einen vermögenden Kolonialherren heiraten, um die Plantage des Vaters zu retten und ihr und ihrer Mutter eine Zukunft zu bescheren.
Als die beiden vor der Insel Kauai ankommen und an Land gebracht werden sollen, stürzt Elisa von einem der Ruderboote ins Wasser und wird von einem weißen Hai angegriffen. Die junge Hawaiianer Kelii springt hinterher und rettet Elisa vor dem Hai. Diese ist jedoch von nun an entstellt und die Heirat wird abgesagt. Elisa findet das jedoch gar nicht so schlimm, da sie sich zu Kelii hingezogen fühlt und durch ihn in die Welt der Hawaiianer eingeführt wird. Doch eine Verbindung zw. den beiden ist zur damaligen Zeit unvorstellbar. Elisa soll Zwangsverheiratet werden, auf eine schändliche Art und Weise dazu gezwungen werden, einen hasserfüllten, berechnenden Mann zu heiraten…
Verwoben ist die Geschichte mit der Geschichte ihrer Nachfahren im Jahr 2011, die ebenfalls sehr bewegend, wenn auch deutlich weniger dramatisch verläuft…

Ein Roman, der mich wirklich überrascht hat und ich mochte die Charaktere, die Melancholie, die die Geschichte trägt und die Bilder Hawaiis, die in mir aufstiegen. Am liebsten wäre ich auch durch den Nebel gewandert.