Buchversammlung · Familiengeheimnisse · Hörbuchkristalle

Kate Morton – Die fernen Stunden

Zunächst dachte ich ja, dass ich von Kate Morton noch gar nichts gehört oder gelesen hätte. Das stellte sich nach der Beendigung dieses Romans jedoch als Irrtum heraus. Ich habe bereits das Buch „Der verborgene Garten“ von ihr gelesen; aber noch nicht rezensiert. Das werde ich vielleicht noch nachholen. Doch jetzt erst einmal zu „Den fernen Stunden“: ein verloren geglaubter Brief findet sich nach vielen Jahren bei seiner Empfängerin ein. Diese, sonst so beherrschte Frau, reagiert völlig zerstört und zieht sich noch mehr in sich zurück. Gleichzeit beginnt ihre Tochter Edie ein altes Anwesen, Milderhurst Castle, zu besuchen. Dort leben die Blythe-Schwestern, deren Vater einst ein geheimnisvolles Jungendbuch schrieb, das Edie bereits in ihrere Kindheit in ihren Bann gezogen hatte. Während sie versucht, mehr über die Blythe-Schwestern, den Schriftsteller und das Geheimnis, das um das Jugendbuch kursiert zu erfahren, beginnt sie zu erahnen, dass die Geschichte ihrer Mutter und der eingegangene Brief mit Midlerhurst Castle in Zusammenhang stehen.

Die junge Australierin Kate Morton versteht es in diesem Roman, die Spannung aufrecht zu halten. Die klar umrissene, oben dargestellte Handlung lässt kaum vermuten, dass die Geschichte wieder und wieder unerwartete Wendungen nimmt, dass die Charakteren des Buches alle ein berührende eigene Geschichte aufweisen können, die erzählswert ist und auch erzählt wird.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Nicht zu vergessen, die Vater-Tochter-Geschichte zw. Edie und ihrem Vater, die neben all der Fülle an Beziehungen und Dramen geschildert wird. Ein Vater, der krank im Bett liegt und seine Tochter plötzlich wie ein Bessesener bei der Recherche um Milderhurst Castle unterstützt.

Hier die Zitate meiner liebsten Stellen:

„… Stell dir bloß all die ängstlichen Kinder vor und deren arme Mütter in London, die lächelnd zum Abschied winken müssen, wenn ihre Kleinen an unbekannte Orte verschickt werden. Und wozu das alles? Um die Städte zu räumen für den Krieg. Damit junge Männer losgeschickt werden können, andere junge Männer in fremden Ländern zu töten.“

„Sie sagt, die Welt ist voller Geschichten und dass man, wenn man immer nur wartet, bis die richtige vorbeikommt, am Ende mit leeren Seiten dasteht. Genau das ist nämlich Schreiben: Was man sieht und denkt auf Papier festzuhalten. Zu spinnen wie eine Spinne, nur eben mit Worten.“

„Ein Viereck, von Hecken eingefasst, die alle schief stehen wie verfaulende Zähne.“

Ich habe in den Lesestunden gar nicht gemerkt, wie die Stunden vergingen.

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