Buchversammlung

[Rezension] Nicolas Barreau – Eines Abends in Paris

„Kein Wunder, dass die Filme heute immer lauter und schneller werden, immerhin müssen die großen Hollywood-Blockbuster und Actionfilme, die auch in Europa ein Millionenpublikum anlocken sollen, ja den Lärm übertönen, der in einem solchen Kinosaal herrscht, und der Unkonzentriertheit des Publikums immer neue Attraktionen entgegensetzen.“
Seite 20

Eines Abends in Paris erzählt die wunderschöne Liebesgeschichte des Besitzers eines kleinen, alten Kinos, dem Cinéma Paradis, Alain Bonnard. Er ist Nostalgiker aus Überzeugung und in seinem kleinen Programmkino, von dem er gerade so leben kann, laufen jeden Mittwochabend alte Liebesfilme, die hinten im Buch alle aufgeführt wurden. Der Abend nennt sich Les Amours au Paradis und wird u.a. stets von einer jungen Frau in einem roten Mantel besucht, die immer in Reihe 17 auf einem bestimmten Platz sitzt. Alain verliebt sich in diese junge Frau, ohne sie näher zu kennen. Eines Abends lädt er sie zum Essen ein und zu seiner Freude erklärt sie sich damit einverstanden. Auch Mélanie verliebt sich in Alain und verliebt schlendern sie durch die Paris Nacht. Beim Abschied sind sich beide so sicher, sich an dem Mittwochabend im Cinéma Paradis wiederzusehen, dass sie sich weder ihre Nachnamen nennen, noch Telephonnummern austauschen.

Inzwischen trifft Alain an seinem Kino den berühmten Regisseur Alan Wood (auf wen der wohl eine Anspielung sein soll *zwinker*) und eine berühmte Schauspielerin. Die beiden wollen das kleine Kino für einen Film nutzen und buchen das Kino für eine Woche. Plötzlich gerät Alain in die Aufmerksamkeit der Presse, er erscheint mit Alan Wood und der Schauspielerin auf den Titelseiten verschiedener Magazine, sein Kino ist ausverkauft.

Als die Woche um ist, freut sich Alain auf den Abend, um endlich Mélanie wiederzusehen. Doch sie kommt nicht. Verzweifelt beginnt er eine nervenaufreibende Suche nach ihr. Alan und die Schauspielerin helfen ihm dabei. Doch es scheint, als bliebe Mélanie vom Erdboden verschluckt. Bis sich plötzlich ein Zusammenhang zwischen dem Erscheinen der Prominenz und dem Verschwinden Mélanies auftut. Und zwar eines, das ich so nicht erwartet hätte. Den Rest verrate ich hier nicht…

„Die Welt ist nicht nur für die Verwegenen und Unerschrockenen gemacht,…, nein, auch die Scheuen und Stillen, die Versponnenen und Eigensinnigen haben ihren Platz darin.“
Seite 72

Eines Abends in Paris ist der zweite Roman, den ich von Nicolas Barreau las. Ich mag ihn, auch wenn mich seine romantische Ader, manchmal etwas kalt erwischt. Ab und an beschleicht einem das Gefühl, dass Monsieur Barreau eine männliche Rosamunde Pilcher sei… *hüstel* Alles in allem war der Roman aber ebenso liebreizend wie Das Lächeln der Frauen.

Nett fand ich auch die Anspielungen auf Hemingway und Midnight in Paris. Weniger schön fand ich, dass der Thiele Verlag das Zitat Ganz Paris träumt von der Liebe als Aufhänger für den Klappentext nutzt, ohne auf die Quelle hinzuweisen. Das finde ich immer sehr grob. Politiker bekommen, zu recht, ihren Titel aberkannt, wenn sie nicht rechtens zitieren, aber im Verlagswesen fällt mir momentan öfter auf, dass Zitate nicht als solche gekennzeichnet werden.
Zur Info: Ganz Paris träumt von der Liebe ist die Übersetzung des Titels I love Paris des Cole-Porter-Songs aus dem Musical Can Can. Caterina Valente hat diesen sehr erfolgreich gesungen. (Quelle: Wikipedia)

Genre: Liebesgeschichte

Sterne: 4/5

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7 Kommentare zu „[Rezension] Nicolas Barreau – Eines Abends in Paris

  1. Nun wird mir auch deutlich klarer, warum ich beim Lesen der Barreau-Romane immer wieder denke – sie sind etwas zuuuu kitschig geschrieben für einen Mann (siehe meine Rosamunde P.-Andeutung im Text): ES IST EINE FRAU, die da schreibt. Unter dem Pseudonym eines Mannes. Ha! Wie dreist! Daniela Thiele schreibt u.a. unter dem Pseudonym Nicolas Barreau.

      1. Ich habe vorhin den Jahresrückblick meiner geliebten Glimmerfeen auf youtube geschaut und die haben das dort erwähnt. Daraufhin habe ich ein wenig gegoogelt. Fand das dann bei Wikipedia und auf verschiedenen anderen Seiten.

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