Gedankenort

Seelenbücher – Kennt Ihr das?

Kennt Ihr das, wenn Ihr unbedarft unterwegs seid, gar nicht wirklich auf Buchsuche und dann begegnet Euch ein Buch, das Euch magisch anzieht? Ein Buch, von dem Ihr nie gehört hattet, es aber dann kauft oder mitnehmt, und feststellt, dass es Euch verzaubert und wie für Euch geschrieben ist?

So etwas ist mir gestern wieder passiert. Ich war in der Stadtbibliothek in Darmstadt unterwegs. Eigentlich nur, um mir zwei Hörbücher zu erstöbern und DVDs für den Urlaub. Und dann, als ich in der Thriller-Abteilung war, zog es mich zu einer Regal-Reihe, die ich mir sonst nie anschaue: Erwachsenen-Fantasy. Ich lese nicht so viel Fantasy-Romane (eher Romantasy und die finden sich eher in der Jugendabteilung „Blue Corner“) und habe diesen Regalen bisher nie wirkliche Aufmerksamkeit zukommen lassen. Da stand ich nun vor einem der Regale, ratlos und nur flüchtig drüber schauend. Und da stand es; unten rechts in der äußersten Ecke:

„Golem und Dschinn“ von Helene Wecker.

Ich verzog mich nach dem Besuch in der Stadtbibliothek in den kleinen Teekontor, ein bezauberndes Teelädchen mit liebevoll zubereitetem Tee und frisch gebackenen Scones und Kuchen mit Karamellsauce… *schwärm* Draußen stürmte und regnete es und ich saß da, tropfte Sahne in meinen Friesentee und versank in der Geschichte, die mich direkt entführte…auf die Rezi dürft ihr gespannt sein.

Aber erst einmal würde mich, wie oben erwähnt, interessiert, ob Ihr dieses Phänomen kennt?

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6 Kommentare zu „Seelenbücher – Kennt Ihr das?

  1. Guten Morgen Mina!

    Schöne Anspielung auf „Die Seiten der Welt“. 😉 Aber ich kenne das auch. Bis 2011 ca. habe ich sowas ziemlich oft erlebt. Ich stöberte in einer Buchlandhandlung oder auf einem Flohmarkt und kaufte mir Bücher, von denen ich noch nie etwas gehört hatte, las sie und war begeistert. Dann habe ich LovelyBooks, Goodreads, die Buch-Youtuber, die ganzen Blogs usw. entdeckt und seitdem lese ich sehr viel Mainstream-Bücher. Auf meiner Wunschliste befinden sich fast nur Bücher, die ich bei anderen gesehen haben.

    Ganz ganz selten greife ich nur noch zu unbekannten Autoren oder Büchern, die ich sonst vielleicht nicht lesen würde. Eines habe ich vor kurzem mal wieder gekauft, aber gelesen habe ich es bisher noch nicht. Nur in der Buchhandlung reingelesen und daraufhin mitgenommen.

    Ich mag das, was du beschreibst und ich vermisse das ein wenig bei mir. Vielleicht muss ich auch mal wieder in die Bücherei gehen. 🙂

    LIebe Grüße

  2. Ich treffe wohl auf das Beschriebene wirklich am meisten in der Bücherei. In Buchhandlungen geschieht mir das eher weniger.

    Was Du beschreibst, mit dem Lesen von Empfehlungen anderer Blogs, ging es mir auch mal einige Zeit so. Das hat sich sehr aufs Lesen an sich bei mir ausgewirkt. Anfangs nicht einmal negativ. Aber irgendwann hatte ich dann weniger Lust zum Lesen, las Bücher nur noch quer. Dann besann ich mich zurück auf meine alten Gewohnheiten: nicht jedem Trend hinterlaufen, nicht alles lesen, was akutell ist, mich nicht knebeln. Das half und inzw. habe ich eine nette Mischung aus Buchempfehlungen von Blogs, Rezensionsexemplaren und der Großteil ist einfach noch selbst gefundenes. 🙂

  3. Ich kenne das auch. Leider ist es schon sehr lange her, dass ich es zuletzt hatte. Würde ich mir mal wieder wünschen. Am extremsten hatte ich es mit „Das Land des Lachens“ von Jonathan Carroll.
    Dass es passiert, merke ich immer daran, dass ich dann freiwillig die Lesegeschwindigkeit drossele, weil ich weiß, dass ich so etwas Schönes für eine lange Zeit nicht mehr lesen werde – oder vielleicht nie mehr.
    Eine verdammt schöne Erfahrung, die, glaube ich, nur Leserinnen und Leser haben, die nicht nur mit den Augen und dem Verstand sondern vornehmlich mit dem Herzen lesen, und für die Lesen mehr ist als nur ein spannender Zeitvertreib.

    1. Lieber Frank,
      das hast Du ganz wundervoll beschrieben!
      Ich wünsche Dir, dass Dir gerade jetzt im Herbst, beim Stöbern in den eigenen noch ungelesenen Regalreihen (wenn Du denn so etwas hast) oder in einer kleinen Buchhandlung, auf einem Flohmarkt oder in einer Bücherei ein neues Seelenbuch begegnen wird! Wenn für die „Das Land des Lachens“ eines war, dann könnte ich Dir Neil Gaimans „Zerbrechliche Dinge“ empfehlen oder, auch wenn das vielleicht zunächst merkwürdig anmutet Stephen Kings „Needful Things. In einer kleinen Stadt“.

      1. Danke dir für die Tipps. „Needful Things“ habe ich damals bei Erscheinen gelesen, aber nach „Es“ (das ich damals sehr gut fand) konnte mich leider kein King mehr begeistern. Von Neil Gaiman habe ich noch nie etwas gelesen. Das will ich schon lange nachholen.

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