Buchversammlung · Buchwunder

[Rezension] Thomas Hettche – Pfaueninsel

Neben dem Preisträger des Deutschen Buchpreises „Kruso“ von Lutz Seiler gab es sowohl auf der LongList, als auch auf der ShortList im Vorfeld (und auch danach) viel zu entdecken.

Meine persönliche Lieblingsentdeckung ist Thomas Hettches „Pfaueninsel“,

welches ich bei einer Ausschreibung zum LongListLesen 2014 auf Mara’s Blog gewonnen habe. 🙂

In Hettches Roman lernen wir die Pfaueninsel in der Havel kennen. Sie gab es wirklich. Einst, im 19.Jh., war sie ein künstlich angelegter Zoo, ein Kuriositätenkabinett zur Unterhaltung des Adels.

Unter anderem leben dort Marie und ihr Bruder Christian – beide kleinwüchsige Menschen, als Zwerge und Monster beschimpft und begafft. Marie verbringt ihr ganzes Leben auf der Insel und wir begleiten sie und die damalige Zeit. Wir erleben mit ihr von der Hochzeit der Insel bis zu deren Verfall alles mit ihr gemeinsam.

Anfangs trug mich noch Hoffnung durch das Buch. Hoffnung auf ein gutes Ende. Doch je weiter ich beim Lesen in die Geschichte eintauchte, desto trauriger wurde ich. Ich konnte einfach kaum glauben, wie ungerecht es in der Welt zugeht, wie beliebig mit Menschen und Tieren umgegangen wurde und wird. Maries Geschichte hat mich arg bewegt zurückgelassen. Selbst jetzt, vier Tage später legt sich die Traurigkeit über mich, wenn ich an die Geschichte denke.

Dennoch oder gerade deswegen ist ein lesenwerter Roman, den ich nur weiterempfehlen kann. Auch besticht er durch eine wundervolle Aufmachung in rauchblauem Leinen. Und sprachlich ist dieser Roman mit das Beste, was ich 2014 gelesen habe.

Die „Pfaueninsel“ kam sogar in die wirklich enge Auswahl zum Deutschen Buchpreis und ich muss gestehen, ich finde es schade, dass Thomas Hettche den Preis zum wiederholten Male nicht gewonnen hat. Für mich ist es bisher der ganz klare Gewinner.

Übrigens:

Auf meiner Fahrt zur Buchmesse traf ich in der S-Bahn eine Frau vom Deutschen Literaturfonds. Wir kamen ins Gespräch und da erfuhr ich u.a., dass Thomas Hettche Stipendat des Fonds war und „Pfaueninsel“ aus diesem Stipendium entstand.

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8 Kommentare zu „[Rezension] Thomas Hettche – Pfaueninsel

  1. ah hier ist das Buch gelandet, hatte auch den Artikel bei Mara gelesen. Mir gefallen jetzt schon die besonderen Personen und der Ort obwohl ich es noch nicht gelesen habe und es wahrscheinlich auch noch lang dauern wird bis ich es in die Finger bekomme, falls es überhaupt mal in der Bibo auftaucht etc. Ich habe auch ein Buch bei Mara gewonnen. Aber ich kann erst Ende November wieder wirklich was lesen, bis dahin muß ich lernen, aber dann kommt auch meine Gewinner Rezension. Gewinnen ist toll, gell 🙂

    1. Ich kann es Dir sehr gerne leihen und such die Rückgabe eilt dann gar nicht! Ich finde es schön, wenn Bücher ihre Wege zw. Menschen gehen und man so due Geschichte noch mehr teilt. 📖

  2. Genau dieses Buch zappelt schon ungeduldig auf dem SuB. Es ist eins meiner Geburtstagsgeschenke und die Schenkerin kennt mich eigentlich gut genug, sodass es mich bestimmt begeistern kann. Na dann bin ich ja mal gespannt.

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