Buchversammlung · Hörbuchkristalle

[Rezension] Ildefonso Flacones – Die Kathedrale des Meeres

Um dieses Werk bin ich nun wirklich lang herum geschlichen. Immerhin hat dieses historische Schmökerlein gute 660 Seiten. Aber jede Seite war es wert, gelesen bzw. gehört zu werden. Ich habe das Buch in der wundervollen Lesung von Wolfgang Condrus (u.a. Synchronstimme von Alan Rickman) gelauscht und war Stunde um Stunde angetan. Das Hörbuch hat mich fast durch meinen kompletten Frühjahrsputz begleitet (den Anfang machte das m.E. völlig übertrieben gelobte „Die Landkarten der Zeit“, das mich zwar unterhielt, aber irgendwie auch sehr anstrengend war und daher auch keine eigene Rezension erhalten wird, ebenso wie der zweite Band der Wolkenvolk-Reihe von Kai Meyer).

Die Geschichte rund um die Kathedrale des Meeres spielt im 14. Jahrhundert in Barcelona. Bernat, Leibeigener, flieht mit seinem fast verhungerten Sohn nach Barcelona und schlägt sich durch. Er arbeitet hart und gut, um sich und v.a. Arnau, ein Leben als freier Bürger der Stadt zu gewährleisten. Arnaus Mutter hat nie verwunden, dass sie der Eigentümer von Bernat’s Land in deren Hochzeitnacht vergewaltigte und man Bernat zwang, es ihm nachzutun. Aus dieser Nacht ging Arnau hervor, dem Francesca nie wirklich Liebe entgegen bringen konnte. Während eines Aufstandes während einer Hungersnot wird Bernat hingerichtet und Arnau muss lernen, ohne seinen Vater zurechtzukommen. An seiner Seite lebt der jüngere Joanet, der ihm zum Bruder wird. Doch gehen sie später sehr unterschiedliche Wege. Während sich Arnau als tüchtiger und mutiger Mann dem Leben stellt und während eines Aufstandes die Kinder eines jüdischen Mannes rettet, wird Joanet zum Mönch erzogen und später einer der härtesten „Richter“ im Rahmen der Inquistition. Er verbittert und versündigt sich letztlich gegen seinen Bruder Arnau, was diesen fast das Leben, auf jeden Fall aber das hart erarbeitete Geld und sein Ansehen kosten.
Die Geschichten beider sind ergreifend. Arnau begegnet ohne es je wirklich zu wissen seiner Mutter wieder, Joanet verliert am Ende alles und richtet sich selbst.

Ein gefühlvoll geschriebenes Werk, das manchmal brutal daher kam, um einem einen Geschmack vom Leben im 14. Jahrhundert zu vermitteln.

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