Buchauslese

[Herbstvorschau 2015] Diogenes I

Ihr Lieben,

ich habe beschlossen, Euch meine Vorschau-Highlights für den Herbst 2015 zu präsentieren. Es ist einiges zusammengekommen. Daher poste ich immer einen oder mehrere Verlage (je nachdem wieviel Neuerscheinungen ich aus dem Verlagsprogramm makiert habe) als einen Beitrag und fülle somit die nächsten Blogtage mit verschiedenen Beiträgen zum Herbstprogramm.

Bisher habe ich einen Post zu den Neuerscheinungen des Hoffmann und Campe Verlags gepostet. Diesen könnt Ihr hier lesen und gerne auch kommentieren:
Hoffmann und Campe Herbst 2015
Kiepenheuer & Witsch, DVA, DuMont Herbst 2015

Heute stelle ich Euch die ersten sechs Bücher aus dem Diogenes Verlag vor, die mir ins Auge gesprungen sind. Im Laufe der Woche kommen dann noch einmal sechs oder sieben Taschenbucherscheinungen hinzu. Der Verlag entpuppt sich zur Zeit zunehmend zu meinem neuen Lieblingsverlag. Das ist ganz erstaunlich. Früher vermutete ich hinter Diogenes immer Bücher mit schönen Covern, aber ausschließlich Krimis. Da ich kaum Krimis lese, achtete ich gar nicht auf den Verlag. Ein großer Fehler! Es gibt viel zu entdecken! Hier meine derzeitige Auswahl aus dem aktuellen Programm:

I

Beginnen will ich hier mit dem Werk, das zur Zeit wahrscheinlich eh in aller Munde ist, wenn es um den Diogenes Verlag geht. Ich rede von Christoph Poschenrieders neuem Werk Mauersegler, das bereits erschienen ist und für €22,00 erworben werden kann.

mauersegler

Klappentext
Fünf Männer gründen eine Alten-WG in einer Villa am See. Zusammen wollen sie die verbleibenden Jahre verbringen, zusammen noch einmal das Leben genießen. Für den letzten – selbstbestimmten – Schritt zählen sie auf die Hilfe der Mitbewohner. Denn es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie und mit wem man alt wird.

II

Von Hartmunt Lange erscheint ein neuer Erzählband im Verlag. Für €19,00 ist „Der Blick aus dem Fenster“ bereits im Buchhandel erhältlich.

BlickausdemFenster

Klappentext
Hartmut Langes Geschichten spielen in München, einer Kleinstadt bei Hamburg, an der Ostseeküste, an der rauhen Nordwestküste Englands. Und immer wieder in Berlin, wo sich Vergangenheit und Gegenwart besonders augenfällig durchdringen. Acht taghelle, geheimnisvoll verdichtete Erzählungen, die prekäre Gemütszustände darstellen und kunstvoll auffangen: trügerische Glücksversprechen, unerfüllbare Sehnsucht, die Not einsamer Menschen, die Berührung mit dem Bösen, die Angst zu versagen.

Ein Berliner Ministerialbeamter bekennt sich in seiner Einsamkeit zu einer Frau, die es nicht gibt. – Eine junge Frau sucht in ihren Liebesbeziehungen ständig den Neuanfang und bleibt dabei unerlöst. – Einer Statue ist mit ihrem Lächeln das Glücksversprechen ins Gesicht gemeißelt. Leider steht sie am falschen Ort. – Warum wird ein Taxifahrer im Nordwesten Englands zum Amokläufer? – Warum heiratet eine Frau einen Mann, der als die Inkarnation des Bösen gilt? – Eine unerwartete Begegnung mit Rahel Varn­hagen. – In der Liebe gibt es kein Ausruhen, und im Liebeskummer verweigert sich die Sprache – die schmerzliche Erfahrung eines Dichters. – Versagen oder Triumph: der Auftritt einer Sängerin im Cuvilliés-Theater.

III

Ganz besonders freue ich mich auf das Debüt Londonerin Eve Harris, die mit „Die Hochzeit der Chani Kaufman bereits 2013 auf der Longlist des Man Booker Prizer landete. Der Roman ist bereits erschienen und kostet € 16,00. Und ich freue mich, dass er schon hier neben liegt!

chanikaufman

Klappentext
Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten: die neunzehnjährige Chani Kaufman und der angehende Rabbiner Baruch Levy. Doch wie geht Ehe, wie geht Glück? Eine fast unmögliche Liebesgeschichte in einer Welt voller Regeln und Rituale. Das freche und anrührende Debüt von Eve Harris.

Chani Kaufman ist hübsch, intelligent und hat ihren eigenen Kopf – nicht die besten Voraussetzungen auf dem hartumkämpften jüdisch-orthodoxen Heiratsmarkt. Schon gar nicht, wenn ihr zukünftiger Ehemann Baruch Levy sein soll. Baruch wird bald in Jerusalem studieren und der erste Rabbi in einer Familie erfolgreicher Unternehmer sein. Sie haben sich dreimal gesehen, sie haben sich noch nie berührt, aber sie werden heiraten. Chaim Zilberman und Rebecca Reuben waren auch einmal Studenten in Jerusalem. Heute sind sie Rabbi und Rebbetzin Zilberman, angesehene Mitglieder der orthodoxen Gemeinde Londons. Aus Liebe hatte Rebecca in das streng geregelte Leben an der Seite eines Rabbis eingewilligt – Sneakers gegen Ballerinas, Jeans gegen bodenlange Röcke und den Wind in ihren langen Haaren gegen einen Scheitel getauscht. Vier Menschen auf der Suche nach ihrem Weg, zwischen Religion und vermeintlicher Freiheit.

 

IV

Erst vor kurzem überhaupt für mich entdeckt (unmöglich, ich weiß) gehört Ingrid Noll zu meinen neuen „Bettlieblingen“. Ich schlag mir so gerne die Nächte mit ihr um die Ohren! Und pünktlich zu ihrem 80. Geburtstag kommt nun „Der Mittagstisch“ auf den Markt, der im August für €22,00 erschienen ist.

mittagstisch

Klappentext

Nelly, Mitte dreißig, alleinerziehend, wird von Matthew abserviert. Nun tischt sie für zahlende Mittagsgäste auf, darunter verschiedene Männer: vom ungewöhnlichen Kapitän bis hin zu einem ebenso hübschen wie patenten Elektriker. Leider ist er in Begleitung. Doch die hat eine Erdnussallergie … Es brodelt in der Mordküche: Ingrid Noll serviert zu ihrem Geburtstag eine Kriminalkomödie.

Um Kinder allein aufzuziehen, braucht man Geld. Da Nelly, Mitte dreißig, Platz hat und gut kochen kann, holt sie sich zahlende Mittagsgäste ins Haus. Ein paar Frauen, aber auch die verschiedensten Männertypen: Da ist ein Kapitän, der lange nicht zur See gefahren ist, ein braungebrannter Sportlehrer, ein Versicherungsmann und ein ebenso hübscher wie patenter Elektriker. Leider ist er in Begleitung. Doch die hat eine Erdnussallergie … In ›Der Mittagstisch‹ wird das Familienleben bald ebenso turbulent, wie der Menüplan abwechslungsreich ist.

 

V


Im Oktober wird dann ein Buch erscheinen, auf das ich sehr neugierig bin. Und zwar „Der Dieb“ von Fuminori Nakamura. Zunächst hat es mich gar nicht angesprochen, da ich mich bisher gar nicht für Literatur aus Japan interessiert habe. Ich hatte da einen schlechten Einstieg, als ich 1998 versuchte, Murakamis „Mister Aufziehvogel“ zu lesen und daran gescheitert bin. Seitdem habe ich keinen Fuß mehr auf das japanische Literaturland gesetzt. Doch „Der Dieb“ begegnete mir ein zweites Mal in Form einer Leseprobe und da hatte es mich gepackt. Nakamura schreibt toll. Ich bin gespannt auf das Buch! Kosten wird es ca. €22,00.

derdieb

Klappentext

Er betreibt sein Metier in den belebten Straßen Tokios und den überfüllten Wagen der U-Bahn. Er stiehlt mit kunstvollen, fließenden Bewegungen. Er nimmt nur von den Reichen, Geld bedeutet ihm nichts. Er hat eine dunkle Vergangenheit, und diese holt ihn wieder ein. Die Beziehung zu einem kleinen Jungen, der ihn sich als Vaterfigur ausgesucht hat, macht ihn dabei verletzlich. Ein grandioser Thriller und eine dunkle, abgründige Geschichte über Schicksal und Einsamkeit, schnörkellos und atemberaubend erzählt.

Er ist ein Taschendieb mit Prinzipien: nur wohlhabende Opfer, männlich, keine Gewalt. In den überfüllten U-Bahnen oder belebten Straßen Tokios holt Nishimura ihnen das Portemonnaie aus der Tasche. Dabei bedeutet ihm Geld wenig, er lebt zurückgezogen in einem billigen Apartment an der Peripherie, hat keine Familie, keine Freunde. Nur einen kleinen Jungen, der um jeden Preis von ihm lernen will, wie man stiehlt, wird er nicht los. Seine Vergangenheit versucht Nishimura zu vergessen, doch eines Tages holt sie ihn ein. In Gestalt eines Kumpels, mit dem er vor Jahren in einen Raubüberfall verwickelt war. Und auch der Drahtzieher jenes Überfalls, der allmächtige Yakuza-Boss Kizaki, Herr über Leben und Tod, hat erfahren, dass er wieder in Tokio ist. Ein Roman in messerscharfer, schnörkelloser Sprache, ein Leseerlebnis von großer Intensität.

VI

Barbara Vine, vielleicht besser bekannt als Ruth Rendell, kann auch mit einem neuen Roman aufwarten: „Kindes Kind“ klingt düster und ich freue mich schon sehr darauf, wenn es Ende Oktober für €24,00 erscheinen wird.

kindeskind

Klappentext

Schluss mit der Wohnungsnot: Als Grace und ihr Bruder Andrew das Haus ihrer Großmutter erben, ziehen sie zusammen. Doch was, wenn ein Dritter ins Spiel kommt? Grace flieht in die Welt der Bücher – um darin ein ähnlich ungewöhnliches Geschwisterpaar wiederzufinden. ›Kindes Kind‹ handelt von vertuschten Familiengeheimnissen gestern und heute. Ein Leseabenteuer auf den Seitenpfaden des Begehrens.

Als das Geschwisterpaar Grace und Andrew das Stadthaus ihrer Großmutter erbt, ziehen die beiden kurzerhand zusammen, um sich teure Londoner Mieten zu sparen. Doch als Andrews Lover einzieht, gerät alles durcheinander. Um den Hausfrieden zu wahren, flüchtet Grace in die Welt der Literatur – und stößt dabei auf ein eigenartiges Geschwisterpaar. Fasziniert liest sie ein Manuskript, das noch in den fünfziger Jahren niemand zu publizieren wagte. Ein Schwuler gibt sich als Ehemann seiner Schwester aus, die mit fünfzehn ein Kind erwartet. Tabus, Schande und Verrat: ›Kindes Kind‹ ist Sittenbild und Psychothriller zugleich.

Wie geht es Euch? Ist da etwas dabei, das Euch interessieren würde? Habt Ihr vielleicht schon eines davon, das bereits erschienen ist, gelesen? Könnt Ihr eines empfehlen?

Die Cover und Klappentexte wurden zu Besprechungszwecken von der Verlagsseite genommen und sind unter dem jeweiligen Titel auf der Seite des Diogenes Verlags abrufbar.

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