Buchauslese · Hörbuchkristalle

[Rezension] Herman Melville – Moby-Dick

Seit Jahren will ich schon Herman Melvilles Klassiker Moby-Dick lesen. Doch irgendwie kam es dann doch nie dazu. Bis ich beim Stöbern bei Der Hörverlag auf eine Hörspiel-Ausgabe aufmerksam wurde. Ich wusste zwar so gar nicht, welche Art Hörspiel mich da erwarten würde, doch beschloss ich recht rasch, mich dem großen weißen Wal auf diese Weise zu nähern. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Doch der Reihe nach: Zunächst möchte ich versuchen, kurz die allseits bekannte Geschichte um Moby-Dick, Ismael und Kapitän Ahab zusammenzufassen. Auch wenn die Geschichte allen Lesern wahrlich hinlänglich bekannt sein dürfte!

 

MobyDickErzählt wird uns die Geschichte vom Matrosen Ismael, der unter depressiven Verstimmungen leidend, der Gesellschaft entflieht, in dem er beginnt, zur See zu fahren. Gemeinsam mit dem Kannibalen Queequeg heuert er in Nantucket auf dem Walfänger „Pequod“ an. Und dass, obwohl dem Kapitän unheilvolle Charakterbeschreibung vorauseilen. Sobald sie auf hoher See sind, wird deutlich, dass es sich bei Kapitän Ahabs Auftrag nicht darum handelt, einfach Wale zu fangen und sich damit den Lebensunterhalt zu verdienen. Ihm geht es einzig und allein darum, Moby-Dick, den großen Weißen Wal, der ihm ein Bein abgerissen hat, zu jagen und zu töten. Ahab ist verbittert und voller Zorn, blind vor Rache und auch Habgier.

Auf dem Schiff selbst, traut sich ledglich Starbuck, ein erfahrener, religiöser Seemann sich gegen Ahab zu stellen. Es kommt immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden. Die Jagd auf den Wal endet für die Pequod wie zu erwarten tragisch.

Das Hörspiel, unter anderem gelesen von Rufus Beck, Felix von Manteuffel, Manfred Zapatka, Ulrich Matthes, Bernhard Schütz, Thomas Holtzmann, Stefan Wilkening erschien 2009 bei Der Hörverlag. Es handelt sich hierbei um die mehrfach ausgezeichnete Hörspielproduktion des BR. Über 30 Sprecher machen den Roman zu einem wahren Hörerlebnis. Ganz begeistert und am meisten beeindruckt war ich von den dargebotenen Shantys, die immer mal wieder vorgetragen wurden. Daneben machten natürlich die begnadeten Sprecher Rufus Beck, Felix von Manteuffel und Manfred Zapatka das Hörspiel zu einem toll dargebotenen Erlebnis.
 

Das tröstete mich auch mehr als nur hinweg über die Tatsache, dass ich die Story um Moby-Dick nicht so gelungen fand. Vielleicht lag es daran, dass ich seit Jahren um dieses Buch herumschlich und große Erwartungen an dessen Inhalt hatte. Sind doch alle stets so begeistert von der Story. Mir war sie inhaltlich zum Teil zu religiös, die Walzerlegungen zu präzise und grausam, Ismael zu naiv und Ahab zu schrecklich. Eine nicht sooo gute Mischung für einen Roman nach meinem Geschmack. Mir fällt es immer wieder schwer, mich auf Geschichten einzulassen, in denen ich keine Figur zum Identifizieren finde.

 

Das Hörspiel „Moby-Dick“ ist wie erwähnt bei Der Hörverlag erschienen. Diesem liegt die Neuübersetzung aus dem Jahre 2001 von Matthias Jendis zugrunde, die im Carl Hanser Verlag zum 150. Jahrestag des Romans erschien. Das Hörspiel kostet € 29,95.
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3 Kommentare zu „[Rezension] Herman Melville – Moby-Dick

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