Buchversammlung

[Rezension] Lodewijk van Oord – Das letzte Nashorn

Zu diesem Buch von Lodewijk van Oord überschlagen sich ja fast die guten Rezensionen auf Amazon! Unglaublich. Und es sind richtig gute Rezensionen dabei! Die müsst Ihr Euch mal ansehen.

Neugierig griff ich also die Tage zu diesem Buch, um mich dieses Mal nicht in die Welt des Zirkus, sondern in die des Zoos entführen zu lassen.

dasletztenashornIm Privatzoo Artis in Amsterdam läuft es nicht so gut. Die Besucher bleiben aus, das Zoo-Modell ist nicht mehr gefragt. Da machen sich drei Leute auf, um den Zoo mit viel Engagement und Herzblut zu retten. Da ist Edo Morell, ein junger, in meinen Augen überengagierter Mann, der der neue Direktor des Zoos wird. Er will aus dem Zoo einen Afrika-Zoo machen und den Schwerpunkt auf bedrohte Nashörner setzen. Die Tierschützerin Sariah, die bereits viel in Südafrika gearbeitet hat, will ihn dabei unterstützen. Sie will vor allem erreichen, dass die Nashörner sich fortpflanzen, um ihre Art zu sichern. Dazu benötigen sie einen ausreichend geschützten Rahmen. Edo will aus diesen Versuchen, ganz dem Kapitalismus fröhnend, ein spektakuläres Zuschauer- und Medien-Event machen.  Und dann gibt es da noch Frank, ein recht kluger Mann, der stets hinter Edo steht.

Unsere tierischen Protagonisten heißen Albrecht, Angela und Ursula. Alle ihres Zeichens vom Aussterben bedrohte Nashörner. Genau genommen dreht sich in diesem Buch alles um das Leben und Schicksal von Nashorn Albrecht. Und mit ihm steht der Konflikt, Tiere in einem Zoo zu halten und das im Sinne des Tierschutzes zu tun, ebenso im Mittepunkt des Romans. Für mich auch ein sehr schwieriges Thema (auch bezogen auf mein Manege-Projekt – denn ich gehe weder in den Zoo noch in den Zirkus, aus Tierschutzgründen).

Nun, beginnt ein teils heiterer, teils aber auch sehr tragischer Roman seinen Lauf zu nehmen. Die Bekanntheit des Zirkus wächst, wie es zu erwarten war, doch haben sowohl Menschen als auch Tiere einige Schicksalsschläge hinzunehmen. Edo verliert sich derweil immer mehr in seinen großen Vorstellungen von Ruhm und Geld und schlägt dafür immer bedenklichere Wege ein, was ihn und Saraih, die sich ursprünglich angenähert hatten, wieder von einander entfernt. Seine Endidee, wie er mit Albrecht Geld verdienen will, hat mir das Herz zerissen! So grausam sind nur Menschen! Mit Tränen in den Augen und Fassungslosigkeit im Herzen las ich diese Seiten.

Mir hat der Roman wirklich gut gefallen, vor allem hat er mich sehr bewegt und meine Überzeugung, Zirkus und Zoo zu meiden weiter bestärkt. Etwas gehardert habe ich mit dem Schreibstil von Lodewijk van Oord. Der war mir teilweise zu witzig, zu überschwenglich. Allerdings machte dieser Umstand das Lesen zum Teil auch erträglicher, da die Geschichte so tief griff.

Ein nachdenklich machendes Buch. Nicht nur Tierfreunden empfohlen. Gerne auch an Jugendliche zu geben!

Es erschien im Knaus Verlag in der Übersetzung von Christiane Burkhardt und ist gebunden für € 19,99 und als eBook für € 15,99 im Buchhandel erhältlich.

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