Buchversammlung

[Rezension] Nathaniel Philbrick – Im Herzen der See

 

Kawummm! Das war ein tolles Buch! Wahrscheinlich haben viele von Euch den oben im Trailer gezeigten Film im vergangenen Jahr in den Kinos gesehen. Da ich allerdings nicht so wirklich ins Kino gehe, ging dieser Film an mir vorbei. Und jetzt, wo ich das Buch gelesen habe, muss ich den Film unbedingt noch auf DVD sehen! Aufmerksam wurde ich auf Nathaniel Philbricks Roman nämlich nicht über Trailer oder Film, sondern weil ich auf der Suche nach Büchern war, die auf dem Meer spielen. Piratenbüchern, Seefahrerbüchern. So kam es ja auch, dass ich das Hörbuch zu Herman Melvilles Moby-Dick kürzlich hörte und rezensierte. Ich liebe das Meer! Und ich habe zur Zeit eine sehr große Sehnsucht danach.

 

imherzenvorneDer oben erwähnte Film basiert auf dem Roman von Nathaniel Philbrick. Und dieser grandiose Roman erzählt uns eine Geschichte hinter dem Melvilleschen Moby-Dick. Es ist November 1820. Mitten auf dem Pazifik wird der Walfänger Essex von einem Pottwal gerammt. Die Crew überlebt auf Beibooten. Von da an kämpfen sie weit entfernt von der südamerikanischen Küste ums Überleben und verlieren dabei nicht nur zum großen Teil ihr Leben, sondern auch ihre Menschlichkeit.
Letztlich ist es fast ein überaus spannendes Sachbuch, das Philbrick uns hier abliefert. Der Leser wird von Anfang an intensiv mit dem Leben als Seefahrer und Walfänger vertraut gemacht. Detailreich darf man den Alltag der Crew miterleben. Dennoch fand ich es nicht so unerträglich und schrecklich wie bei Melvilles Moby-Dick, bei dessen Schilderungen über die Walzerlegungen mir ganz anders wurde.

 

 Darüber hinaus ist „Im Herzen der See“ ein echter Pageturner, was man von Moby-Dick nun nicht gerade sagen. Dennoch gibt es im Netz auch die ein oder andere Kritik an dem Buch. Nämlich, dass es trotzdem mehr Tatsachenbericht als Roman sei, dass die Crew und deren emotionales Befinden zu kurz kamen. Mich hat das nicht einmal gestört. Es war einfach klar geschrieben und liess mir dadurch einen eigenen Spielraum, mich einzufühlen und mir vorzustellen, wie es mir wohl in dieser Zeit auf diesem Schiff oder als Schiffbrüchige ergangen wäre.

 

Und ich kann Euch sagen! Ich bin sehr froh, dass ich diese Ereignisse gemütlich von der Couch oder vom Bett aus verfolgen durfte und nicht den Naturgewalten ausgesetzt auf hoher See drei Monate um mein Leben kämpfen musste!

 

Dieses Buch ist für alle Abenteuerer da draußen, für Fans von Seefahrt und Moby-Dick, für solche, die Fluch der Karibik mögen und gut recherchierte Bücher! Habt viel Spaß damit!

 

Das Taschenbuch erschien in der Übersetzung von Klaus Fitz im Heyne Verlag. Es ist im Handel für € 9,99 oder für € 8,99 als eBook erhältlich.

 

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5 Kommentare zu „[Rezension] Nathaniel Philbrick – Im Herzen der See

  1. Ach, liebe Mina, das klingt toll! Ich habe den Trailer damals auch ständig gesehen und stieß dann auch aufs Buch (durch Social Media und Buchhandlungen, die es groß als Buch zum Film bewarben). Aber es gab so viele Loblieder und Buch und Film wurden sogar von denen beworben, die es noch nicht gelesen/gesehen hatten. Dadurch hatte ich die Befürchtung, dass das Buch eben ausschließlich wegen des Films so angepriesen wurde, aber eventuell gar nicht so gut ist. Du hast mich nun vom Gegenteil überzeugt! Man spürt in jeder Zeile, wie sehr dich das Buch begeistert hat.

    Geschichten, die am, auf oder im Meer spielen, liebe ich auch. Ein Roman, der dir eventuell gefallen könnte, ist „Jenseits der Untiefen“ von Favel Parrett. Ein schmales Büchlein mit einem ganz wunderbaren, fast poetischen Stil, bei dem man auf jeder Seite die raue Seeluft spürt.

    Liebe Grüße
    Kathrin

    1. Liebe Kathrin,
      das ist ja schön, wenn Dich meine Rezension begeistern konnte!
      Ich kenne die Zürückhaltung bei Film- oder Hype-Büchern auch. Manchmal wage ich mich dann erst Jahre später dran.

      Nach dem von Dir empfohlenen Buch werde ich gleich mal Ausschau halten! Danke für den Tipp!
      Mina

  2. Hui, klingt gut. Der Film ging auch an mir vorbei, „Moby Dick“ habe ich nie gelesen, was du schreibst, klingt allerdings interessant. 🙂 Und hey: schickes neues Design! (Ich gelobe wieder öfter vorbei zu schauen!)
    Liebste Grüße
    Kathy

    1. Huhu Kathy!
      Danke für das Kompliment zum Desighn. Für den Sommer vielleicht etwas dunkel. Aber mir gefällt es gerade ganz gut so.

      Liebe Grüße,
      Mina

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