Buchversammlung · Buchwunder

[Rezension] Vanessa Diffenbaugh – Weil wir Flügel haben

Wie habe ich gewartet und wie habe ich mich gefreut, als ich entdecken durfte, dass Vanessa Diffenbaugh endlich ein neues Buch auf dem Markt bringt. Nach „Die verborgene Sprache der Blumen“, zu dem ich ganz zu Beginn meiner Zeit als Bloggerin eine Rezension schrieb, gab ich immer wieder den Namen der Autorin in die Suchmaschinen ein, in der Hoffnung, endlich ein neues Werk vorzufinden. Nun war es endlich soweit und im Mai erschien „Weil wir Flügel haben“ im Limes Verlag.

weil wir flügel haben Lettys Leben verlief nicht ganz so, wie sie es sich mit 17 erträumt hatte. Unerwartet schwanger, fügt sie sich in ihr Schicksal und pendelt nur noch durchs Leben. Keine Ausbildung, lebt mit zwei Kindern bei ihren Eltern. Das Buch beginnt 14 Jahre später mit der Rückkehr von Lettys Eltern nach Mexiko. Plötzlich ist Letty ganz allein mit ihren beiden Kindern, zu denen sie nie eine wirklich tragfähige Beziehung aufbauen konnte.Nun aber ist sie gezwungen, sich ihren Kindern und somit auch dem Leben zu stellen. Sie lernt während ihrem Kampf, Beruf und dem Mutter sein gerecht zu werden, Rick kennen, der sie unterstützt, dem sie sich aber nicht wirklich zu öffnen vermag…

Gleichzeitig tauchen wir in Alex‘ Welt ein. Alex, der 15jährige, äußerst begabte Sohn von Letty durchlebt die ersten schweren Phasen der Pubertät von Selbstfindung, Ängsten vor dem „wer bin ich, wenn ich doch meinen Vater nicht kenne“ und der ersten Liebe zu einem starken Mädchen. Während seine Mutter nach und nach alles daran setzt, ihm und seiner Schwester Luna ein besseres Leben zu bieten, lernt Alex plötzlich seinen Vater kennen, droht seine erste Liebe zu verlieren und muss sich zwischen einem grandiosen Weg als erfolgsversprechender Einserschüler und seinem Herzen entscheiden…

So würde ich die beiden Erzählstränge der Geschichte umreißen. Vanessa Diffenbaugh schrieb in ihrer Danksagung am Ende des Buches, dass sie einmal gehört habe, dass der zweite Roman der schwerste sei. Sie wissen nicht, ob dies stimme, doch sie habe diese Aussage geglaubt, was dazu geführt habe, dass sie sich äußerst schwer getan habe mit „Weil wir Flügel“ haben. Ob dieser großartige zweite Roman nun deshalb so großartig wurde, weil sie sich so quälte, oder ob er es sowieso geworden wäre, weil sie einfach tolle Geschichten erzählen kann, kann ich nicht beantworten. Fakt ist jedoch, dass „Weil wir Flügel haben“ für mich „Der verborgenen Sprache der Blumen“ in nichts nachsteht. Fast dachte ich sogar, dass Letty ein bisschen die ältere Vicotria ist, deren Geschichte hier weitererzählt wird.

Diffenbaugh ist es gelungen, die Charakteren fein auszuarbeiten. Rasch entstanden in mir die Bilder der einzelnen Figuren, selbst solcher, die nur am Rande eine Rolle in der Geschichte spielen. Ähnlich wie ihr selbst, war mir Alex besonders ans Herz gewachsen: dieser sich entwickelnde Junge, der vom Leben nichts erwartet und doch davon träumt, es könnte alles gut werden. Er war so fein gezeichnet. Seine innere Zerrissenheit an manchen Stellen konnte ich beim Lesen fast körperlich spüren.

Hier fällt mir wieder ein, dass Vanessa Diffenbaugh insgesamt eine unglaublich große Fähigkeit besitzt, emotionale Zustände ohne viel Worte zu vermitteln. Das war schon in ihrem Debütroman der Fall und ich war mitunter deswegen so begeistert von diesem Roman.

Ich kann Euch dieses Buch wirklich ans Herz legen! Und wenn Ihr das Debüt noch nicht gelesen habt, dann holt Euch „Die verborgene Sprache der Blumen“ gleich noch dazu!

Für mich heißt es nun warten. Warten und hoffen! Warten darauf, dass der nächste Roman auf den Markt kommt, hoffen, dass sie sich nicht allzu schwer tun wird und es daher nicht allzu lange dauern wird.

Wer übrigens Lust hat, ein wenig mehr über die sympathische Autorin zu erfahren, kann sich auf der Verlagsseite ein kurzweiliges und informatives Interview mit ihr durchlesen!

„Weil wir Flügel haben“ erschien wie bereits erwähnt im Limes Verlag. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt von Karin Dufner, die für uns auch „Ismales Orangen“ von Claire Hajaj übersetzte. Der vorgestellte Roman kostet in der gebundenen Ausgabe € 19,99 und als ebook € 15,99.

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