Buchversammlung · Hörbuchkristalle

[Rezension] Cassandra Clare – Lady Midnight

 

Als ich mir dieses Hörbuch besorgte, wusste ich bereits, dass es sich hierbei um die Vorsetzung der „Chroniken der Unterwelt“-Reihe von Cassandra Clarke handelte. Diese Reihe habe ich jedoch nie gelesen. Ich habe es zweimal versucht und konnte mich dafür nicht begeistern. Dennoch sprach mich diese neue Reihe „Die dunklen Mächte“ der Autorin an. Und da ich auf Youtube eine Rezension sah, in der gesagt wurde, dass man nicht unbedingt die Vorgänger-Reihe gelesen haben muss, dachte ich mir, ich versuche es einfach mal damit. Und ich wurde nicht enttäuscht!

 

lady midnightKlappentext
Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, die Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt …

Diese Geschichte hat ziemlich viel Personal. Das fiel mir direkt zu Beginn des Hörbuches auf, denn ich brauchte eine Weile, um der Geschichte folgen und um mir die Namen aller merken zu können. Doch nach etwa einer Dreiviertelstunde war ich ganz im Bann dieses Romans.

Besonders gut gefiel mir die Ausarbeitung der Charakteren. Oftmals kommt diese in Jugend-Fantasy/Dystopien meines Erachtens zu kurz. Aber hier hat Cassandra Clare ein gutes Maß gefunden. Nicht zu umfangreich, aber auch keineswegs oberflächlich werden die einzelnen Figuren eingeführt und entwickeln sich im Rahmen der Geschichte weiter. Was mir ebenfalls daran gut gefiel, ist, dass es ihr gelungen ist, die Figuren in ihrem Handeln innehalten und reflektieren zu lassen. In zwischenmenschenlichen Problemkonstellationen agieren die Jugendlichen nicht kopflos miteinander, sondern spüren auch innerlich ihren Ängsten und Hemmungen nach, was der Leser/ Hörer begleiten darf. Das hat mir wirklich sehr gefallen.

Am meisten angetan bin ich von der Figur Mark Blackthorns, der auf emotionaler Ebene unheimlich komplex ist. Er wurde als Kind entführt und wuchs bei den Elben auf. Als er zurückkehrt, ist er hin- und hergerissen zwischen seinen beiden Leben und auch zwischen zwei Lieben. Dabei wird die Geschichte um ihn nie kitschig oder unglaubwürdig. Sie ist berührend und hat mich wiederholt sehr nachdenklich hinterlassen.

Die Geschichte selbst war auch spannend und hatte gutes Maß an Tempowechsel. Allerdings muss ich gestehen, dass ich soviel mit den Beziehungen in der Geschichte beschäftigt war, dass ich teilweise nicht ganz dem Handlungsstrang folgen konnte. Mir ist bisher auch noch nicht klar geworden, warum das Buch „Lady Midnight“ heißt. Irgendwie habe ich diese Passage wohl beim Hören verpasst. Lächel. Dies tat aber der Geschichte keinen Abbruch. Ich vermute, dass sich der Titel auf die Hauptfigur Emma Carstairs bezieht, die als Schattenjägerin eine Lady Midnight sein könnte?!?

Äußerst interessant fand ich den sogenannten Parabatai-Bund, den zwei Krieger miteinander eingehen können. Von da an sind sie magisch verbunden, kämpfen miteinander, spüren die Verletzung und das Leid des anderen und würden sogar für einander in den Tod gehen. Unsere beide Hauptcharaktere in „Lady Midnight“ – Emma Carstairs und Julian Blackthorn – sind ein solches Parabatei-Paar.

Der Showdown am Ende des erstes Bandes fesselte mich, und dass dieser auch abgehandelt wurde und das Buch nicht mit einem fiesen Cliffhanger endete, sprach ebenfalls für sich. Ich freue mich jetzt schon auf den zweiten Band der geplanten Trilogie.

Gelesen wird das Hörbuch übrigens von Simon Jäger! Alleine dieser Umstand ist eigentlich Grund genug, es zu hören. Wenn Simon Jäger liest, weiß man, was man bekommt. Als Synchronsprecher besetzt er zur Zeit zum Beispiel Matt Damon oder Josh Hartnett, aus Hörbüchern ist er mir vor allem durch seine Thriller-Lesungen der Romane von Sebastian Fitzek und John Katzenbach ein Begriff.

Übersetzt wurde der Roman von Franca Fritz und Heinrich Koop, die mir bisher als Übersetzer noch nicht weiter begegnet sind.

Inzwischen gibt es eine Fan-Seite für „Die dunklen Mächte“. Dort finden sich neben dem Making of zum oben eingebetteten Video auch ein aufschlussreiches Interview mit der Autorin sowie Hintergrundbilder für den PC oder das Smartphone und eine XXL-Leseprobe.

Der Roman erschien im Goldmann-Verlag als gebundenes Buch für € 19,99, als ebook für € 14,99. Die Übersetzung aus dem Amerikanischen stammt wie erwähnt von Franca Fritz und Heinrich Koop. Das von Simon Jäger eingelesene Hörbuch ist bei Der Hörverlag erschienen. Die gekürzte Fassung des Romans wird auf zwei mp3-CDs für € 19,99 angeboten und dauert etwas über 23 Stunden. Als Download gibt es auch die Gesamtlesung mit über 28 Stunden Hörzeit für € 39,95.

Advertisements

4 Kommentare zu „[Rezension] Cassandra Clare – Lady Midnight

  1. Oh ich hab diesen Roman auch auf meiner Wunschliste. Ich habe diese City of Dings Reihe nie gelesen, nur den ersten Teil und an den kann ich mich kaum erinnern. Hm, dennoch fand ich „Lady Midnight“ echt ansprechend. Aber Simon Jäger als Sprecher, hm, den mag ich ja nicht so gern. Alle lieben ihn… ich nicht. 😀 Wer spricht denn die anderen Bücher von Cassandra Clare? Vielleicht musst du sie auch hören. 🙂

    1. Hallo – dann musst Du das Buch lesen, wenn Du Simon Jäger nicht so magst. Lächel. Die anderen Bücher, als die Chroniken der Unterwelt (City of Bones…) werden von Andrea Sawatzki gelesen. Finde ich nicht schlecht, aber auch nicht soooo überzeugend. Liebe Grüße, Mina

      1. Oh Andrea Sawatzki mag ich sehr gern als Sprecherin. Naja ich kann ja mal in „Lady Midnight“ reinhören. 😀 Wobei, durch das Lesen von „Es“ entdecke ich grad wieder, wie cool es ist, nen dicken Wälzer zu lesen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s