Buchversammlung

[Rezension] J. L. Carr – Ein Monat auf dem Land

Alleine das Cover ist schon ein ganz besonderes – ein vogelähnliches Blatt deutet für mich direkt auf eine tiefgreifendere Geschichte hin, die mich berühren möchte. Und so war es auch!

Ich war hoch erfreut, als ich feststellen durfte, dass diese Geschichte von J. L. Carr nun ins Deutsche übersetzt wurde und ab sofort im Handel erhältlich ist.

ein monat auf dem landDieses Buch ist so wunderschön leise und gleichzeitig so erfrischend lebendig, birgt eine wehmütige Melancholie und hat mich mitten ins Herz getroffen.

Der Protagonist Tom Birkin hat den Ersten Weltkrieg miterlebt und kehrt nach seiner Zeit als Soldat nach Hause. Er leidet unter einer nervösen Störung und allem Anschein nach unter einer Art Sprachfehler, was mir aber nicht so ganz klar wurde. Unter seinen psychischen Belastungen zerbricht seine Ehe und er reist als Restaurator aufs Land. Hier beginnt das Buch. Wir begleiten Tom bei seinem Arbeitsantritt in einer alten Kirche, in der er Deckengemälde für einen Hungerlohn instandsetzen soll. In der gleichen Kirche bezieht er in Turm ein zugiges, undichtes Zimmer. Aber er ist zufrieden, genießt die Abgeschiedenheit und Ruhe.

Doch die Einwohner des kleines Dorfes beginnen sich rasch für ihn zu interessieren und statten ihm Besuche ab, laden ihn zum Tee ein. Tom bewegt sich dabei ganz vorsichtig zwischen Flashbacks aus den Kriegsjahren, die er bei der Rekonstruktion des Freskos innerlich selbst aufarbeitet und dem Weiterschreiten in die Zukunft, die vor ihm liegt.

Wunderbar gelungen. An keiner Stelle kitschig. Absolut lesenwert!

Erschienen ist der Roman im Dumont Verlag. In der Übersetzung aus dem Englischen von Monika Köpfer kostet dieses wunderschön eingebundene Buch € 18,00, als eBook ist es für € 13,99 erhältlich.

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