Buchversammlung

Anna Stothard – Museum der Erinnung

„Museum der Erinnung“ – allein der Titel hatte mich direkt angesprochen. Das Cover wiederum fand ich mäßig schön, wobei ich gestehen muss, dass ich zwar die Bücher aus dem Diogenes-Verlag liebe und auch einige davon im Regal stehen habe, aber die Covergestaltung mich meist nicht so sehr anspricht. Sie ist mir zu schlicht, dann wieder zu kunstvoll. Ich bin eher ein Fan von aufwendig gestalteten Bucheinbänden wie Philip Krömers „Ymir“, Péter Gárdos‘ „Fieber am Morgen“ oder Ali Shaws „Der Mann, der den Regen träumt“.

Doch zurück zum zu dem „Museum der Erinnerung“. Sprachlich ist das Werk sehr überzeugend. Ich kannte Anna Stothard vorher nicht, muss aber sagen, dass mir ihre Fähigkeit, Bilder in mir entstehen zu lassen ganz wunderbar gefallen hat. Sie schaffte es zwar für mich mit ihrem Schreibstil nicht, eine gewisse Atmosphäre zu erzielen, die mich aufsog, doch gelang es ihr wunderbar, mich im Museum in Berlin zurechtzufinden oder mir die beschriebenen Gegenstände vorzustellen.

Zum Inhalt lässt sich sagen, dass die Geschichte hauptsächlich in Berlin spielt. Cathy, die Protagonistin, lebt und arbeitet dort gemeinsam mit ihrem Partner Tom in einem Museum, in dem beide ihren Leidenschaften für die Natur und die Wissenschaft nachgehen können. Doch Tom weiß kaum etwas über Cathys Vergangenheit. Er lernte sie einige Jahre zuvor in seiner Heimatstadt Los Angeles kennen und ging mit ihr gemeinsam nach Berlin. Cathy war immer etwas mysteriös und eigen, doch genau dies liebte er an ihr. Was er dadurch nicht weiß, ist dass Cathy früh in ihrem Leben einige Krisen überstehen musste und diese sich dann im jungen Erwachsenenalter so zuspitzen, dass ihr nur noch die Flucht aus England in die Staaten als Möglichkeit erschien, sich aus ihrem bisherigen Leben zu befreien. Doch dieses Leben holt sie plötzlich wieder ein. Daniel, ihr vorheriger Partner, der nicht gut zu ihr war, taucht in Berlin auf und es kommt zu einer Konfrontation. In den Jahren zwischen ihrer Flucht aus England und ihrem neuen Leben in Berlin, schaffte es Daniel immer wieder, sie ausfindig zu machen. Doch nie begegneten sie sich wirklich. Vielmehr schickte er ihr Päckchen mit Gegenständen darin, die sie daran erinnern sollten, dass es ihn gibt, und dass sie zusammen gehören…

Als LeserIn folgen wir der Geschichte mal aus Sicht Cathys, dann aus der von Tom oder Daniel. Ganz spannend fand ich dabei, dass ich mich, wenn Cathy über Daniel und ihre gemeinsame Vergangenheit nachdachte, unbehaglich fühlte, ihn fürchtete. Doch in den Begegnungen mit Daniels Gedankewelt fand ich gar nicht so abgründig und schlecht. Dies ist der Autorin an der Stelle wirklich gut gelungen.

Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Das Buch ist auch nicht allzu dick und ich habe es daher an zwei Nachmittagen durchgelesen.

Erschienen ist es, wie bereits erwähnt im Diogenes Verlag und im Buchhandel für € 16.00 erhältlich.

Weitere Werke aus dem Diogenes Verlag, die mir gefielen:
Vom Ende der Einsamkeit – Benedict Wells

Kindes Kind – Barbara Vine

Eve Harris – Die Hochzeit der Chani Kaufman

 

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Ein Kommentar zu „Anna Stothard – Museum der Erinnung

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