Ihr Lieben!

Freudig überrascht stellte ich vor einiger Zeit beim Durchstöbern der Verlagsvorschauen fest, dass dieses Jahr gleich zwei Bücher von Lucinda Riley auf den Markt kommen werden. Da schlug mein Familiengeheimnisherz natürlich gleich höher. Neben dem „verbotenen Liebesbrief“, den ich Euch jetzt vorstellen möchte, wird jetzt im Oktober der vierte Teil der „Sieben Schwestern Saga“ („Die sieben Schwestern“, „Die Sturmschwester“ und „Die Schattenschwester“)  erscheinen. Auf diesen freue ich mich immer ganz besonders. Es ist mein Jahres-Hörbuch-Highlight (wobei ich gestehen muss, dass mich dieses Jahr auch Tad Williams mit seiner Osten Ard-Welt sehr überzeugen konnte).

„Der verbotene Liebesbrief“ ist ein von der Sieben Schwestern Saga unabhängiger Roman. Er erschien im September. Wie immer habe ich nicht das Buch gelesen, sondern das im Der Hörverlag erschienene Hörbuch gelesen. Es ist gekürzt und wurde von Simone Kabst eingesprochen. Bevor ich etwas zu der Lesung schreibe, möchte ich Euch einen Einblick in die Ereignisse des Buches geben.
Der Roman spielt hauptsächlich in London. Die bisher nicht sehr erfolgreiche Journalistin Joanna Haslam wird von ihrer Zeitung zur Beerdigung eines bedeutenden Schauspielers geschickt. Dort trifft sie auf eine alte Frau, die ihr einen alten Brief anvertraut und wenig später stirbt. Joanna, zunächst nicht sehr interessiert an dem Brief, muss jedoch bald feststellen, dass dieser Brief von großen Interesse zu sein scheint. Denn bei ihr wird kurze Zeit später eingebrochen und je mehr sie zu recherchieren beginnt, desto gefährlicher wird dies für sie und die Menschen in ihrem Umfeld. Während ihrer Arbeit lernt sie Marcus und dessen Schwester Zoe kennen. Die beiden sind die Enkelkinder des Verstorbenen Schauspielers. Ich glaube, es ist so offentsichtlich, dass es sich bei Lucinda Riley Romanen auch immer um Liebe und „zwei finden sich“ dreht, dass ich hier getrost ohne zu spoilern schreiben kann, dass sich Joanna und Marcus ineinander verlieben. Doch ist deren Beziehung durch den Brief gefährdet. Wie – das müsst Ihr selbst lesend oder hörend herausfinden.

Insgesamt hat mir die Story wie eigentlich immer gut gefallen. Doch gleichzeitig muss ich gestehen, dass es das erste Buch von Lucinda Riley war (ich habe bis auf zwei alle gelesen oder gehört), das mich nicht so ganz überzeugen konnte. Der Plot war spannend, aber vor allem zum Ende hin nicht gut umgesetzt. Teilweise wirkte es so konstruiert, dass ich selbst bei schlimmeren Ereignissen nicht im Ansatz emotional reagierte, sondern eher dachte: „Aha, das muss jetzt sein!?“
Außerdem gibt es zwei Vorfälle, die ich nicht näher beschreiben möchte, um nicht zu spoilern, die ich so schwach umgesetzt fand, dass ich allein dadurch schon wusste, wie der ganze Roman ausgehen wird.

Auch hatte ich den Eindruck, dass Lucinda Riley hier ein wenig versucht hat, das Genre zu wechseln und in den Bereich „Romantic Thriller“ einzusteigen. Das ist ihr allerdings meines Erachtens nach nicht gelungen, wobei ich gestehen muss, dass ich mich in dem Genre auch nicht auskenne. Aber einen Polit-Thriller von ihr habe ich irgendwie nicht gebraucht. Ich hoffe, der neue Roman im Oktober wird wieder wie gewohnt meine Sehnsucht nach „Familiengeheimnis-Roman“ stillen.

Am meisten jedoch hat mich erstmals Simone Kabst gestört. Und zwar so sehr, dass ich mich freute, als ich sah, dass sie den vierten Band der Sieben Schwestern Saga nicht mit eingelesen hat. Ich habe gerade vor kurzem noch Luna auf ihrem Kanal über Simone Kabst „schimpfen“ gehört. Sie ärgerte sich über die Aussprache bestimmter französischer Aussagen in einem anderen Hörbuch, ich glaube auch von Lucinda Riley geschrieben. Da dachte ich noch: „Oh?! Echt!? Simone Kabst?! Die mag ich doch so gerne!“ Tja, und dann hörte ich „Der verbotene Liebesbrief“. Ich hatte den Eindruck, sie wollte das gesamte Hörbuch besonders „männlich“ einlesen. Mit besonders tiefer Stimme. Auch die von ihr gesprochene männliche wörtliche Rede war irgendwie absurd. Früher gelang ihr das stets so gut. Ich weiß nicht, was da passiert ist. Zum ersten Mal musste ich mich an ein von ihr gelesenes Hörbuch gewöhnen.

Alles in allem habe ich in den 13 Stunden und 57 Minuten unterhalten gefühlt und fand die Geschichte spannend genug, um sie zu Ende hören zu wollen. Das Ende fand ich etwas enttäuschend.

Veröffentlicht wurde das Hörbuch Lucinda Rileys wie immer im Hörverlag. Es ist als mp3 erschienen und kostet € 10,95. Das Taschenbuch erschien ebenfalls in der Randomhouse Gruppe im Goldmann Verlag und als ebook für jeweils € 10,99.