Mit einiger Verspätung kommt nun mein Aig an taigh – Geburtstagspost! Fünf Jahre blogge ich nun schon hier. Fünf Jahre haben Aig an taigh und ich bereits…ja, was haben wir… ich glaube, wir können schon von einer eheähnlichen Gemeinschaft sprechen. *lächel* Trotz mancher Tiefen wissen wir immer, wir gehören zusammen und gehen weiter…

Als ich anfing zu bloggen, wusste ich nicht mal, dass es eine Buchbloggerszene gibt. Booktuber waren mir auch kein Begriff. Ich wollte ein Online-Format für meine Gedanken, die hauptsächlich um Bücher kreisten. Zuvor hatte ich einige Zeit ein Online-Forum betrieben. Doch abgesehen davon, dass wir weniger Leute wurden und der Aufwand, dieses Forum zu pflegen, enorm war, wollte ich eine tagebuchartigeren Raum finden, um mich auszutoben.

2013 war es dann soweit. Ich traute mich, etwas online zu stellen. Das war ein großer Schritt. Ein Kollege von mir sagte einmal: „Wenn ihren Blog besuche, ist es als würde ich in ihr Wohnzimmer kommen.“ Und genauso fühlte sich das damals auch an. Als würde ich wildfremde Menschen in mein Wohnzimmer auf die Couch einladen, um mit ihnen über Bücher zu erzählen. Als ich jedoch die ersten Hemmungen überwunden hatte und nach und nach auch das ein oder andere Kommentar auftauchte, ich ein paar Follower bekam, fühlte es sich bald schon ganz normal an, hier Dinge niederzuschreiben und zu wissen, dass jeder, der will, diese Worte lesen und kommentieren kann.

Seitdem ist hier ja einiges an Blogposts zusammen gekommen. Meist sind es Rezensionen. Und gerade diese tauchen mit großen Fragezeichen versehen zur Zeit auf vielen Blogs auf, da immer deutlicher wird, dass auf den Blogs die Rezensionen am wenigsten geliked und kommentiert werden. Den interessantesten Beitrag dazu fand ich bisher bei Muromez, der sich mit der Frage auseinandersetzte, ob sich Blogs in einer Krise befänden. Er verlinkt dort auch einige weitere interessante Beiträge anderer Literaturblogger.

Nun ist es ja auch kein Geheimnis, dass es bei Aig an taigh ebenfalls recht still geworden ist. Zudem erfahre ich auf die Verlinkungen von Podcast-Sendungen oft mehr Resonanz denn auf meine Rezensions-Beiträge. Dabei sind diese immer zeitaufwendiger, als einen raschen Post über einen Podcast zu bloggen, den ich gut fand. Zudem ist es auch so, wie Muromez schreibt: wer bloggt und Reichweite haben möchte, muss verschiedene Kanäle mit versorgen: Instagram, Twitter, Facebook, Pinterest… Ich bin lediglich bei Twitter. Seitdem ich es vorziehe, morgens vor der Arbeit zu meditieren, bin ich jedoch dort kaum noch bis gar nicht mehr aktiv.

Jetzt stellt sich die Frage: ist mein Blog in der Krise? Ich würde sagen „nein“. Denn ich hatte nie den Anspruch, Heerscharen von Lesern zu haben oder irgendwelchen Verdienst damit zu erzielen. Ich blogge, weil es mir Freude macht und ich freue mich über alle, die mitlesen, mitkommentieren, kommen und gehen. Seit ich für mich akzeptiert habe, dass ich nicht mehr wöchentlich blogge, sondern nur, wenn mir danach ist, habe ich ein viel entspannteres Verhältnis zum Bloggen und vor allem auch wieder zum Lesen gefunden. Es gab gerade in der Zeit zwischen der Frankfurter Buchmesse 2016 und 2017 eine Phase, in der ich überhaupt nicht mehr gerne las und bloggte. Irgendwie wurde mir das alles zu viel. Die letzte Buchmesse habe ich dann auch ganz anders besucht, als die Jahre zuvor und ich hatte erstmals wieder mächtig viel Spaß dort. Und auch das Lesen macht seitdem wieder viel mehr Freude.

Rezensionsexemplare fordere ich inzwischen nur noch wenige an. Ich habe auch noch ein paar hier liegen, die ich noch rezensieren möchte, aber noch keine Zeit dafür fand. Was sicherlich auch daran liegt, dass mir die zwei obersten nicht so gut gefielen. Dann tu ich mir immer schwer, darüber was zu schreiben. Und lustvoll ist das ja auch nicht.

Jetzt habe ich gerade geschaut, welcher eigentlich mein erster Blogbeitrag war. Ich war überrascht, dass da so viele Beiträge am 17.02.2013 veröffentlicht wurden. Und dann fiel es mir wieder ein. Ich hatte vorher schon einen anderen Blog. Aber bitte fragt mich nicht mehr, wie er hieß und wie lange ich diesen hatte! Ich komme vielleicht irgendwann wieder drauf. Auf jeden Fall konnte ich dadurch gerade gar nicht mehr fest machen, welcher Beitrag mein erster war. Naja.
Es war auf jeden Fall schön, gerade durch fünf Jahre gelesene Bücher zu fliegen. Da kamen ganz schnell viele, schöne Erinnerungen hoch. Und weil die mich gerade so tragen und erfüllen, verabschiede ich mich jetzt hier, um rasch wieder in die Welt der Bücher eintauchen zu können.

Herzlichst aus dem Waldhäuschen!

Mina