Dass ich so lange gar nichts mehr groß gepostet habe, liegt hauptsächlich daran, dass mich zwei ganz wundervolle Wesen und gleichzeitig deren Art völlig in ihren Bann gezogen haben.

Eines Abends, Weihnachten 2017, wurde ich beim Essen von einem Freund gefragt, was ich tun würde, wenn ich im Lotto gewinnen würde… darüber hatte ich nie nachgedacht, obwohl ich selbst diese Wunderfrage ab und an in meine Arbeit als Therapeutin mit einfließen lasse. Ich ging kurz in mich und schaute, was an inneren Bildern zu diesem Thema wohl aufkommen würde…

Und zu meiner Überraschung sah ich innerlich eine Herde Pferde auf einem Hof. Also antwortete ich ihm etwas verwirrt und nachdenklich: „Mit Pferden leben.“

Ich wäre eine echt schlechte Psychotherapeutin, würde ich sowas dann einfach im Raum stehen lassen und das nicht näher beleuchten. Also fing ich an, mich mit diesen Lebewesen auseinanderzusetzen.

Zunächst machte ich ein paar Spaziergänge zu Koppeln und Weiden hier in der Umgebung. Ich war fasziniert von diesen Wesen, die ich zuvor immer nur als „schöne Tiere auf Weiden“ wahrgenommen hatte. Lange stand ich da und beobachtete sie – und sie beobachteten mich…

Einige Monate später beschloss ich dann, dass ich mich ihnen weiter nähern möchte und machte mich auf die Suche nach einer Reittrainerin. Das gestaltete sich ziemlich schwierig. In eine normale Reitschule wollte ich nicht. Ich wollte nicht im Kreis mit anderen im Schritt reiten und stumpfe Pferde erleben, die keine Lebendigkeit mehr in sich zu trugen. Nach einiger Zeit fand ich dann durch einen Tipp den Akazienhof, auf dem eine meiner heutigen Trainerinnen unterrichtet.

Schon nach meinen ersten Reitversuchen stellte sich heraus, dass ich einfach überhaupt keine Ahnung von dem Umgang mit Pferden hatte und war gefrustet, weil sie das alles so schwer anging. Einmal die Woche zu einem Pferd zu gehen, es zu putzen, zu satteln und dann aufzusitzen, war einfach nicht ausreichend. Das Putzen und Satteln dauerte ewig, da mir die Kenntnis und die Routine fehlte.

Und dann geschah in meinem damaligen Frust mein erstes großes Wunder: die Besitzerin des Hofes bot mir an, das Pferd von ihr und ihrem Mann als Pflegepferd zu übernehmen! Und eh ich mich versah, zog Ritchy in mein Leben und gleichzeitig ganz tief in mein Herz ein.

Ritchy, eigentlich Cee Cash Playboy, ist ein 23jähriger American Quarter Horse Wallach, der aufgrund einer Verletzung vor 12 Jahren nicht mehr geritten werden kann. Und seit wir uns nun seit August 2018 kennen sind wir richtig dicke Freunde geworden.

Ich durfte so viel von ihm lernen in den vergangenen Monaten und ich bin für jeden gemeinsamen Tag dankbar.

Zwei Monate, nachdem wir uns kennenlernten und ich seine Pflege übernehmen durfte, fuhr ich auf einen anderen Hof, zu einem deutschen Parelli Instruktor, den ich auf einer Pferdemesse kennenlernen durfte. Auf dem Birkenhof fand ein Level 1 Parelli-Kurs statt. Dieses Natural Horsemanship war genau das, was ich im Umgang mit den Pferden gesucht hatte.

Ich war damals so unglaublich aufgeregt. Alle anderen TeilnehmerInnen dort hatten bereits mehrjährige Reiterfahrung und ich saß als blutige Anfängerin dazwischen! Zwar machte Ralf mir Mut, da er meinte, ich hätte es wahrscheinlich leichter, alles zu lernen, weil ich nicht umlernen müsse, wie die anderen TeilnehmerInnen. Leider beruhigte mich das gar nicht.

Er schickte uns dann zu den Pferden und überließ dem Universum die Auswahl der Zugehörigkeit von Pferd und Reiter. Ich war zunächst von der Größer aller anwesenden Pferde überfordert, sind doch die American Quarter Horse eher kleinere Kameraden…

Und während ich noch darüber nachdachte, stand mir plötzlich eines dieser Pferde auf dem Fuß und ging nicht mehr runter. Da dieser Wallach wohl seine Wahl getroffen hatte, ging ich mit ihm auf den Reitplatz. Dort angekommen, erfuhr ich direkt: „Ah, interessant. Du kommst mit dem einzigen Nicht-Schulpferd, das heute dabei ist. Das ist Ganove. Er ist erst seit kurzem hier.“

Was soll ich Euch sagen? Ganove hat mein Herz in ebenso einem Sturm erobert, wie es wenige Wochen zuvor Ritchy getan hatte. Und das Ende vom Lied waren viele Tränen, als ich mich am zweiten Workshop-Abend von ihm verabschieden sollte… Ich sprach mit Ralf, ob ich vielleicht wieder kommen könne, um Ganove wieder zu sehen… Und tja… um es kurz zu machen… seit Februar 2019 gehört der liebe Ganove an meine Seite…

Ganove ist ein 18jähriger Sachsen-Anhaltiner mit fast ausschließlichem Trakehner-Anteil und wir gehen nun seit Monaten gemeinsam durch Dick und Dünn. Er lebt nach wie vor bei Ralf und seiner Frau Julia auf dem Hof und ich lerne dort alles, was ich für den Umgang mit den Pferden benötige.

Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass zwei Pferde an zwei Orten und so viel neuer Lernstoff und Lebensinhalt mächtig viel Zeit in Anspruch nehmen. In der Regel bin ich an sechs Tagen die Woche bei den Pferden und das restliche Leben will auch gelebt werden.

Aber ich bin glücklich. Glücklicher als so unglaublich viele lange Jahre.

Zu diesem Glück gehört außerdem seit etwas über einem Jahr ein ganz wundervoller Partner, Andreas, dessen Leidenschaft in der Landwirtschaft liegt und der 80 Schweine begleitet. Und seit zwei Monaten teilen wir unser Waldhaus mit einem zweijährigen Kater, Mimo, der uns zugelaufen ist, nachdem meine geliebte Tiger nach 19 Jahren von mir ging.

Aber diese Geschichte erzählte ich Euch ein anderes Mal.
Jetzt muss ich ins Bett.

Ich hoffe, es hat Euch gefallen, zu lesen, wie sich mein Leben verändert hat und warum es nicht mehr so viel Raum fürs Lesen und Bloggen gab.

Alles Liebe,
Barbara