Buchversammlung

[Rezension] Stefan Limmer – Versöhnung mit den Ahnen

Manchmal greift man einfach völlig daneben…

Ich hatte mir das Buch „Versöhnung mit den Ahnen“ von Stefan Zimmer aus zweierlei Gründen ausgesucht gehabt:

1. Weil ich mich berufsbedingt für die Arbeit an Gernationskonflikten interessiere und stets offen bin für neue Aspekte und Herangehensweisen.

2. Wollte ich mich diesem Arbeitsfeld gerne einmal aus einer anderen Sichtweise nähern und mir gleichzeitig ansehen, wie ein Ratgeber mit der Thematik Generationenkonflikte umgeht.

AhnenAufstellungZunächst der Klappentext:
„Konflikte mit Eltern, Großeltern und anderen Verwandten kennt fast jeder. Sie zu lösen ist oft mühevoll und dauert manchmal ein halbes Leben. Doch es geht auch einfacher. Der erfahrene Heilpraktiker Stefan Limmer hat für seine Praxis die äußerst wirkungsvolle 7-Generationen-Aufstellung entwickelt, die jeder mittels beiliegender CD allein zu Hause durchführen kann. Damit können Konflikte von einem höheren Blickwinkel aus geklärt und gleichzeitig das Urfeld der Ahnen aktiviert werden. Blockierte Energien, die sich im persönlichen Leben beispielsweise durch Misserfolg, Krankheit oder Orientierungslosigkeit zeigen, können so häufig erstaunlich mühelos wieder ins Fließen gebracht werden. Darüber hinaus zeigt der Autor auf, welche Macht dem Familiensystem innewohnt, welche Auswirkungen Blockaden und Verletzungen im Feld der Herkunftsfamilie haben können und wie überaus kraftvoll es sich auf das gesamte Leben auswirkt, wenn auf dieser Ebene Klärung, Versöhnung und damit Heilung geschieht.“

Soweit, so gut – da gehe ich noch mit. Ich erlebe in meiner Arbeit selbst diese Grenzen der Entwickklung, die manchmal über Generationen hinweg in den Familienmitgliedern verankert bleiben und die der Aufarbeitung bedürfen. Auch das die Dynamik, die einem Familiensystem innewohnt und glaublich kraft- und machtvoll sein kann, kann ich dabei genauso stehen lassen. Das war der Grund, warum ich mich für dieses Buch entschied.

Doch dann habe ich angefangen das Buch zu lesen und wurde konfrontiert mit einer hochesoterischen Welt voller unzureichender Ausführungen. Gut, man könnte hier noch anführen, dass dieses Buch ein spirituelles Selbsthilfe-Werk sein soll, das dem Leser, dem Suchenden rasch und praktisch helfen soll, und dass daher auf tiefgreifendere Begründungen oder Herleitungen des Behaupteten verzichtet wird. Dennoch finde ich die Äußerungen, die getroffen werden plakativ und nichtssagend.

Ich denke, ich habe von dem Buch anderes erhofft. Aber auch mit diesem Bewusstsein und dem Loslassen dieser Haltung konnte ich dem Buch nichts abgewinnen.

Das Buch erschien im März 2015 im Arkana Verlag und kostet mit beigefügter Übungs-CD in der gebundenen Ausgabe €19,99 und als ebook €15,99.

 

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10 Kommentare zu „[Rezension] Stefan Limmer – Versöhnung mit den Ahnen

  1. Also ehrlich gesagt, finde ich schon die Klappentext-Aussage ‚einer 7-Generationen-Aufstellung, die jeder mittels beiliegender CD allein zu Hause durchführen kann‘, ziemlich fragwürdig. Aufstellungen können eine geistig sehr intensive Erfahrung sei, bei der u.U. auch einige unangenehme Erfahrungen gemacht werden können. außerdem ist es eine psychische/psychologische Angelegenheit, die meiner Meinung nach nicht in Eigenregie ohne Menschen mit Erfahrung vorgenommen werden sollte.

    1. Hey!
      Ich sehe das genauso.
      Ich bin ja Psychotherapeutin und hab das Buch deshalb gelesen, weil ich dachte „Aha, jemand bietet an, eine tiefgreifende Aufarbeitung, die in Begleitung teils sehr schwer zu bewerkstelligen ist, in einem Handbuch zur Selbstheilung an.“ Das wollte ich mir halt gerne ansehen.

      Für meine Arbeit konnte ich da nichts raus nehmen, außer dass ich meinen Patienten nicht dazu raten würde, sich das Buch anzuschaffen, um auf eigene Faust mit Chakren-Übungen ihre Generationskonflikte aufzuarbeiten.

      1. Da kann ich nur zustimmen. War auch schon ggl. bei Aufstellungen dabei und würde keinem dazu raten, dass in Eigenregie zu versuchen.

    1. Liebe Madame,
      ja,in der Tat haben wir das ganz anders empfunden.

      Du hast Dich ja wirklich sehr tiefgehend damit auseinander gesetzt. Auch in der Rezension. Ich fand das Buch so gar nicht meins, dass ich nicht einmal mehr Lust hatte, groß darüber zu schreiben.

      Liebe Grüße,
      Mina

    1. Ja, ich weiß.
      Leider scheint es aber in Deutschland Usus zu sein, dass Schamanen viel Wind machen, ohne wirklich fundiert etwas zu vermitteln.
      Ich frage mich oft, ob das mit unserer Mentalität zusammenhängt. Oder speziell mit deren Haltung. Vielleicht liegt es daran, dass ein echter Schamane und Heiler sich selbst so nicht bezeichnen würde. Die in unseren Gefilden aber immer viel Wert darauf legen, als solche angesehen und anerkannt zu werden….
      Grüße, Grüße!
      Mina

      1. vielleicht ist es auch schwierig einen besseren Begriff zu finden. Auf mich wirkt er recht bescheiden und ja ich kenne das auch das sich die Praktizierenden nicht als Schamane bezeichnen würden und das auch lange lange keinem anderen erlauben Sie so zu nennen….mich hat am Buch schon so bisschen was an meine Schitzhütte erinnert wo ich vor längerem mal war. Ein sehr intensives aber auch leichtes Erlebnis. Und da wurden mir durchaus auch sehr starkt die Unterschiede der Kulturen bewußt. Dinge zu bewerten, einzuteilen, festzuzurren und zu bennenen. Dabei ist es einfach was leichtes fließendes… Hab kürzlich in einem Gespräch über Aufstellung und Rituale auch wieder gemerkt das die Menschen sich sonst was vorstellen und damit dann das eigentliche verpassen weil da nix kommt mit Paukenschlag und so.. ja doch ich denke Mentalität/Erziehung spielt eine große Rolle. Ganz liebe Grüße

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